Was eine Firmenwebseite heute leisten muss

Webseite · 7 Minuten Lesezeit

Eine Firmenseite hat genau eine Aufgabe: Wer Sie sucht, soll Sie finden und danach anrufen oder schreiben. Alles andere ist Beiwerk. Erstaunlich viele Seiten scheitern schon am ersten Teil.

Ein Selbsttest in fünf Minuten

  1. Öffnen Sie Ihre Seite auf dem Handy im Mobilfunknetz, nicht im WLAN. Wenn nach drei Sekunden noch nichts Lesbares zu sehen ist, verlieren Sie an dieser Stelle Besucher.
  2. Suchen Sie bei Google nach Ihrer Leistung plus Ihrem Ort, ohne Ihren Firmennamen. Tauchen Sie auf den ersten beiden Seiten auf?
  3. Schicken Sie sich den Link zur Startseite per WhatsApp. Erscheint eine Vorschau mit Bild und Text, oder nur die nackte Adresse?
  4. Finden Sie auf der Startseite innerhalb von fünf Sekunden eine Telefonnummer oder ein Kontaktfeld?
  5. Steht irgendwo, in welchem Gebiet Sie arbeiten?

Jedes Nein ist ein konkreter Punkt, den man beheben kann. Zusammen erklären sie meistens, warum über die Seite keine Anfragen kommen.

Warum Ladezeit mehr ist als Komfort

Google bewertet Ladezeit und Stabilität des Seitenaufbaus als Ranking-Faktor, gemessen über die Core Web Vitals. Eine langsame Seite wird also nicht nur seltener zu Ende geladen, sie wird auch schlechter gefunden. Die häufigsten Ursachen sind unkomprimierte Bilder, nachgeladene Schriftarten von fremden Servern und Baukasten-Systeme, die für jede Seite mehrere Hundert Kilobyte JavaScript mitschicken.

Auffindbarkeit ist Struktur, nicht Magie

Der größte Teil dessen, was unter Suchmaschinenoptimierung verkauft wird, ist handwerkliche Sorgfalt:

  • Jede Seite hat einen eigenen, beschreibenden Titel. Nicht fünfmal derselbe Firmenname.
  • Es gibt eine Seite pro Thema, nicht alle Leistungen auf einer Seite zusammengeschoben.
  • Strukturierte Daten beschreiben maschinenlesbar, was das Unternehmen ist, wo es sitzt und was es anbietet.
  • Der Inhalt steht im ausgelieferten HTML und nicht erst nach Ausführung von JavaScript. Viele Crawler und die meisten KI-Systeme führen kein JavaScript aus.
  • Es gibt ein gepflegtes Google Business Profil, das mit der Seite verknüpft ist.

Der letzte Punkt ist für lokal arbeitende Betriebe der wichtigste überhaupt. Wer im Kartenbereich der Suchergebnisse nicht auftaucht, existiert für einen großen Teil der Suchenden nicht.

Rechtliches, kurz

Impressum mit vollständiger Anbieterkennzeichnung, Datenschutzerklärung, die beschreibt was tatsächlich passiert, und ein Kontaktformular, das nur überträgt was nötig ist. Schriftarten und Karten von fremden Servern nachzuladen ist der häufigste vermeidbare Fehler, weil dabei ohne Einwilligung IP-Adressen an Dritte gehen.

Und ein oft übersehener Punkt: Impressum und Datenschutzerklärung sollten in der robots.txt nicht gesperrt werden. Sie sind Vertrauenssignale, gerade in Deutschland.

Was eine Seite nicht braucht

Ein Bildkarussell auf der Startseite. Einen Chatbot, hinter dem niemand sitzt. Animationen, die den Aufbau verzögern. Ein Cookie-Banner für Cookies, die Sie gar nicht setzen müssten. Jedes dieser Elemente kostet Ladezeit und bringt in der Regel keine einzige zusätzliche Anfrage.

Auf Ihren Betrieb angewendet: In der kostenlosen Erstanalyse gehen wir Ihre Abläufe durch, danach bekommen Sie eine schriftliche Auswertung.

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